Wie viel Macht gibst Du anderen über Deinen Selbstwert?

Wie viel Macht gibst Du anderen über Deinen Selbstwert?

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In letzter Zeit beobachte ich immer wieder, wie schnell im Miteinander Konflikte entstehen können.

  • Ein Satz wird anders verstanden, als er gemeint war.
  • Jemand fühlt sich nicht genügend gesehen, benachteiligt oder angegriffen.
  • Eine erwartete Reaktion bleibt aus.
  • Wir bekommen nicht die Anerkennung, die wir uns gewünscht haben, und plötzlich macht das etwas mit uns.

Natürlich gehören Missverständnisse, unterschiedliche Erwartungen und auch Verletzungen zum menschlichen Miteinander dazu. Trotzdem lohnt es sich, in solchen Situationen einmal genauer hinzuschauen.

Denn eine Frage finde ich dabei besonders spannend:

Wie viel Macht geben wir eigentlich anderen Menschen darüber, wie wir uns selbst fühlen?

Wenn wir unseren Wert im Außen suchen

Wir alle wünschen uns Anerkennung. Wir möchten gesehen, geschätzt und angenommen werden. Daran ist überhaupt nichts falsch.

Ganz im Gegenteil. Anerkennung von anderen Menschen kann unglaublich guttun. Sie kann uns bestärken, uns Mut machen und uns zeigen, dass das, was wir tun, gesehen und wertgeschätzt wird. Gerade wenn wir neue Wege gehen oder an uns zweifeln, kann ein ehrliches Wort von außen sehr viel in uns bewegen.

Schwierig wird es erst dann, wenn unser eigenes Gefühl für unseren Wert immer stärker oder sogar ausschließlich davon abhängt, ob wir diese Bestätigung tatsächlich bekommen.

Dann kann die Reaktion eines anderen Menschen plötzlich darüber entscheiden, wie wir uns selbst fühlen.

  • ein Lob gibt uns Sicherheit
  • Kritik lässt uns zweifeln
  • eine ausbleibende Antwort beschäftigt uns vielleicht länger, als wir möchten
  • wir vergleichen uns mit anderen oder fragen uns, warum jemand anderes mehr Aufmerksamkeit oder Anerkennung bekommt

Oftmals versuchen wir anschließend, etwas im Außen zu verändern, damit es uns wieder besser geht.

Der andere soll anders reagieren, uns mehr sehen, uns verstehen, uns bestätigen.

Dadurch geben wir unserem Gegenüber sehr viel Einfluss auf unser eigenes Wohlbefinden.

Eine Erkenntnis, die für mich viel verändert hat

Auch ich habe die Erfahrung gemacht, Bestätigung im Außen zu suchen, gesehen werden zu wollen, Anerkennung zu brauchen und mein eigenes Gefühl davon abhängig zu machen, wie andere Menschen auf mich reagieren.

Auf meinem eigenen Weg habe ich etwas sehr Wichtiges gelernt:

Die wichtigste Bestätigung kann mir kein anderer Mensch geben. Ich muss lernen, sie mir auch selbst zu geben.

Dieses kleine Wort „auch“ ist für mich dabei entscheidend.

Denn natürlich freue ich mich über Anerkennung. Natürlich tut es mir gut, wenn ein anderer Mensch mich sieht, mich wertschätzt oder mir sagt, dass ich etwas gut gemacht habe. Das darf etwas mit mir machen und mich auf meinem Weg bestärken.

Der Unterschied liegt für mich darin, ob diese Anerkennung etwas Schönes ist, das zu meinem eigenen Gefühl hinzukommt, oder ob ich sie brauche, um mich überhaupt gut, richtig oder wertvoll fühlen zu können.

Mein Wert verändert sich nicht dadurch, dass jemand mich lobt.

Er wird auch nicht geringer, weil jemand mich kritisiert, mich nicht versteht oder mir gerade nicht die Aufmerksamkeit gibt, die ich mir wünsche.

Selbstwert kann wachsen

Für mich waren und sind dabei Selbstliebe, Dankbarkeit und bewusste Anerkennung wichtige Themen.

Wir können uns zum Beispiel immer wieder fragen:

  • was schätze ich an mir?
  • was habe ich heute gut gemacht?
  • wofür bin ich dankbar?
  • was habe ich bereits geschafft?
  • welche Eigenschaften an mir mag ich?
  • was gebe ich anderen Menschen?

Solche Fragen wirken zunächst sehr einfach. Doch wenn wir uns regelmäßig damit beschäftigen, richten wir unseren Blick immer wieder auf etwas, das wir im Alltag erstaunlich leicht vergessen: unseren eigenen Wert.

Wir lernen, uns selbst Anerkennung zu geben, ohne deshalb auf die Anerkennung anderer verzichten zu müssen.

Beides darf nebeneinander existieren.

Es darf mich glücklich machen, wenn jemand stolz auf mich ist, mir ein Kompliment macht oder meine Entwicklung wahrnimmt. Gleichzeitig darf ich lernen, auch dann meinen eigenen Wert zu sehen, wenn diese Rückmeldung einmal ausbleibt.

Genau darin liegt für mich ein wichtiger Unterschied.

Was Selbstwert mit unserem Miteinander zu tun hat

Je sicherer wir in uns selbst werden, desto weniger muss unser Gegenüber uns ständig bestätigen, dass wir richtig sind.

Deshalb glaube ich, dass Selbstwert nicht nur ein persönliches Thema ist. Er hat auch einen großen Einfluss auf unsere Beziehungen und unser gesamtes Miteinander.

Wenn ich meinen eigenen Wert kenne, muss ich nicht in jeder Reaktion meines Gegenübers nach einer Bewertung meiner Person suchen.

  • Nicht jeder andere Blickwinkel bedeutet Ablehnung.
  • Nicht jede Kritik stellt meinen gesamten Wert infrage.
  • Nicht jede ausbleibende Bestätigung bedeutet, dass ich nicht gesehen werde.

Gleichzeitig dürfen wir einander Anerkennung geben. Wir dürfen Menschen sagen, wenn wir sie schätzen, wenn uns etwas beeindruckt oder wenn wir sehen, welchen Weg sie bereits gegangen sind.

Denn auch ein gesunder Selbstwert bedeutet nicht, dass wir einander nicht mehr brauchen.

Es bedeutet für mich vielmehr, dass die Reaktionen anderer Menschen mein Leben bereichern und mich bestärken dürfen, ohne allein darüber zu bestimmen, wie wertvoll ich mich fühle.

Fang bei Dir selbst an

Wenn Dich bestimmte Situationen immer wieder beschäftigen oder Du merkst, dass die Reaktionen anderer Menschen sehr stark beeinflussen, wie Du über Dich selbst denkst, kann es spannend sein, nicht ausschließlich auf die Situation oder den anderen Menschen zu schauen.

Frag Dich einmal:

Was brauche ich gerade von meinem Gegenüber und kann ich beginnen, mir einen Teil davon auch selbst zu geben?

Das kann Anerkennung sein, Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Liebe, Vertrauen oder das Gefühl, gut und richtig zu sein.

Es geht dabei nicht darum, Bedürfnisse zu verdrängen oder alles mit sich selbst auszumachen.

Es geht darum, sich selbst dabei nicht zu vergessen.

Du kannst Deinen Selbstwert bewusst stärken

Wenn Du merkst, dass dieses Thema auch Dich betrifft und Du Dich intensiver damit beschäftigen möchtest, findest Du bei 5KEYS den Selbstwert Booster. https://5keys.me/courses/dein-taeglicher-selbstwert-booster/@ruesseler

Der Kurs gibt Dir die Möglichkeit, Dich ganz bewusst mit Deinem eigenen Selbstwert auseinanderzusetzen und neue Impulse für Deinen persönlichen Weg mitzunehmen.

Ich selbst habe auf meinem Weg erfahren, wie viel sich verändern kann, wenn wir beginnen, nicht nur im Außen nach Antworten und Bestätigung zu suchen, sondern den Blick immer wieder auf uns selbst zu richten.

Denn am Ende geht es nicht darum, niemals mehr Anerkennung von anderen zu brauchen oder sich von nichts mehr berühren zu lassen.

Anerkennung von außen darf uns guttun, uns stärken, uns motivieren und uns auf unserem Weg bestätigen. Sie sollte nur nicht die einzige Quelle sein, aus der wir unseren eigenen Wert beziehen.

Es geht darum, etwas in uns selbst aufzubauen, das nicht bei jeder Reaktion unseres Gegenübers ins Wanken gerät.

Selbstwert entsteht nicht dadurch, dass das Außen endlich so reagiert, wie wir es brauchen. Er wächst dort, wo wir lernen, uns auch selbst das zu geben, was wir uns von anderen wünschen.

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Der Autor

Ruth Diefenbach
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